• Die ausländische Finanzindustrie sieht Deutschland nach wie vor als attraktiven Standort  
  • Die Übernahme der Bankenaufsicht durch die EZB ist ein wichtiger Standortfaktor  
  • VAB unterstützt die Schaffung einer Kapitalmarktunion  
 
Frankfurt/Main,  25.  März  2015  –  „Die  derzeit  günstigen  wirtschaftlichen  Rahmenbedingungen stimmen die Mitglieder des Verbands der Auslandsbanken zuversichtlich, weiterhin in Deutschland aktiv zu sein. Aber auch die Übernahme der Bankenaufsicht durch die in Frankfurt angesiedelte EZB über die 120 größten Bankengruppen der Euroländer ist ein weiterer wichtiger Standortfaktor für die ausländische  Finanzindustrie“,  betont  Stefan  Winter,  Vorstandsvorsitzender  des  Verbands  der Auslandsbanken in Deutschland e.V. (VAB) auf der heutigen Pressekonferenz. „Seit einigen Monaten steht  Frankfurt  fest  in  vielen  Reiseplänen  von  Vorständen,  Geschäftsleitern  und  anderen Entscheidungsträgern der Banken aus den Euroländern. Während der Anlass früherer Reisen meist „das  Geschäftliche“ war,  besucht man  heute  Eurolands  Aufsichtshauptstadt“, ergänzt  Dr.  Nikolaus Närger, einer der beiden stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Dr. Joachim von Schorlemer fügt hinzu, dass mit der Übernahme der Bankenaufsicht nicht nur ein neues Kapitel der Bankenaufsicht aufgeschlagen worden sei, sondern auch die weitere Harmonisierung und die Schaffung eines Single Rule Book noch stringenter vorangetrieben werde. „Damit wird das seit Jahren vorgetragene Petitum des VAB nach einer konsequenten europäischen Harmonisierung und Stärkung des Binnenmarkts für Finanzdienstleistungen realisiert“, so von Schorlemer. Die drei Vorstandsvorsitzenden betonen aber auch die damit einhergehenden Belastungen der Mitglieder durch die zahlreichen neuen Abgaben und  die  Kosten  für  die  Implementierungen  der  vielen  neuen  Regelungen.  „Es  ist  Zeit,  die verschiedenen  Regulierungsprojekte  der  letzten  Jahre  einmal  sorgfältig  zu  evaluieren“,  fordert Winter. Hier gebe es Interdependenzen und Doppelbelastungen.  
 
Die  Mitglieder  des  Verbandes  sehen  für  das  laufende  Geschäftsjahr  nach  wie  vor  ein  stabiles Marktumfeld. Dies belegen die Entwicklung der Bilanzsummen und Mitarbeiterzahlen, die Anzahl der am Finanzplatz vertretenen Institute sowie die Ansiedlungen neuer Auslandsbanken. „Deutschland ist und bleibt der Kernmarkt in Europa“, betont der Verbandsgeschäftsführer Dr. Oliver Wagner.  
 
Der Verband unterstützt die kürzlich in dem Grünbuch der EU-Kommission skizzierten Überlegungen zur Schaffung einer Kapitalmarktunion. Das Projekt müsse zügig angegangen werden und es dürften auch Bereiche wie die Harmonisierung im steuerlichen Bereich sowie beim Insolvenzrecht trotz der hierbei  zu  erwartenden  Widerstände  nicht  ausgespart  werden.  Wenn  Investoren  in  Europa grenzüberschreitend agieren sollen, brauchen sie einheitliche Regelwerke, stellt Winter heraus. Die Kapitalmarktunion sei zudem ein wichtiges Signal an internationale Investoren, da sie alle EU-Staaten umfassen werde. „Für die Attraktivität ist es ferner unumgänglich, auch einen offenen Marktzugang für  Marktteilnehmer  aus  außereuropäischen  Staaten  zu  schaffen“,  betonen  Närger  und  von Schorlemer.  

 

Die vollständige Rede des Vorstandsvorsitzenden finden Sie im Internet unter www.vab.de.
 
Ansprechpartner: Dr. Oliver Wagner (Tel.: 069-97 58 50-0)
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Der  Verband  der  Auslandsbanken  in  Deutschland  e.V.,  Frankfurt/Main,  ist  die  Interessenvertretung  der  ausländischen Banken,  Kapitalverwaltungsgesellschaften,  Finanzdienstleistungsinstitute  und  Repräsentanzen  in  Deutschland.  Gegründet 1982 verfügt der Verband heute über mehr als 200 Mitgliedsinstitute.
Anlagen
Pressemeldung 1-2015(PDF, 343 KB)