Auslandsbanken

Seit dem 19. Jahrhundert sind ausländische Banken im deutschen Markt aktiv und bieten Bankdienstleistungen wie Kredit-, Dokumenten-, Währungs- sowie Avalgeschäfte an und wickeln den Zahlungsverkehr zwischen Heimatland und Deutschland ab. Die international vernetzte Wirtschaft fordert inzwischen weitere Dienstleistungen, etwa bei grenzüberschreitenden Unternehmens­akquisitionen und -zusammenschlüssen, großvolumigen Finanzierungen oder Emissionen. Auch bei Investmentbanking-Dienstleistungen, Retail- und Universalbanking sind Auslandsbanken in Deutschland aktiv.

 

Die Geschäftsmodelle, Dienstleistungen und Kompetenzen der Auslandsbanken sind breit gefächert. Die privaten und institutionellen Kunden in Deutschland profitieren sowohl von der vielfältigen Angebotspalette als auch von der internationalen Erfahrung und dem Netzwerk eines international aufgestellten Konzerns. In folgenden Bereichen sind die Auslandsbanken besonderes engagiert:

 

  • Vertrieb innovativer und etablierter ausländischer Produkte

Produkte ausländischer Finanzinstitute werden in der Regel erst dann auf den deutschen Markt gebracht, wenn sie sich in den Heimatmärkten bewährt haben. Das bringt Erfahrungen und Innovation an den deutschen Finanzplatz.

 

  • Schnittstelle für international tätige Unternehmen

Für viele Unternehmen, die international tätig sind, bilden die Auslandsbanken auf Grund ihrer grenzüberschreitenden Geschäftstätigkeit eine Schnittstelle in die jeweiligen Exportmärkte. Insbesondere weltweit aufgestellte Institute können so ihren Kunden Dienstleistungen aus einer Hand anbieten - unabhängig vom jeweiligen Land.

 

  • Handelsfinanzierung und Anbahnung internationaler Geschäfte

Ausländische Institute betreuen bei der Handelsfinanzierung grenzüberschreitende Geschäfte zwischen dem jeweiligen Heimatland und Deutschland. Mit ihrer Expertise des Heimatmarktes wirken sie oft schon bei der Geschäftsanbahnung mit.

 

  • Finanzierungen und Syndizierung

Auslandsbanken haben sich zudem in der Unternehmensfinanzierung (Eigen- und Fremdkapital) etabliert. Auch bei der Syndizierung von großen Kreditvolumina sind sie stark engagiert. Das erhält die notwendige Liquidität der deutschen Wirtschaft.

 

  • Vermögensverwaltung

Eine traditionell wichtige Domäne vieler Auslandsbanken ist die Vermögensverwaltung, oft auch als Wealth-Mangement bezeichnet. Für einzelne Kunden oder Kundengruppen werden individuell abgestimmte Vermögensanlagen konzipiert.

 

  • Börsenhandel

Im Handel an den deutschen Börsen - insbesondere der Frankfurter Wertpapierbörse und der Terminbörse EUREX - sind Auslandsbanken stark präsent und tragen so zur Liquidität der Märkte bei.

 

  • Depot- und Depotbankdienstleistungen

International aufgestellte und global vernetzte Depotbanken - Global Custodians - ermöglichen Fondsgesellschaften und anderen Investoren, weltweit in Finanzinstrumente zu investieren und diese in den jeweiligen Ländern zu verwalten.